Neue Bestuhlung für Stadttheater

(Artikel in der Passauer Neuen Presse vom 27.11.2014)

Nach Hochwasserschaden fertigt Traditionsunternehmen aus dem Stadtgebiet individuelle Bestuhlung

Die Passauer Schreinerei Franz Ahollinger GmbH & Co. KG hat vom Ausschuss für Kultur in der Sitzung vom 03.07.2014 den Zuschlag für die Ausschreibung der neuen Bestuhlung für den Zuschauerraum im Fürstbischöflichen Opernhaus erhalten. Oberbürgermeister Jürgen Dupper nahm dies zum Anlass, gemeinsam mit Ralf Schützenberger (Verwaltungsdirektor des Stadttheaters Passau) und Günther Hepner (Wirtschaftsförderung) dem Traditionsunternehmen einen Besuch abzustatten.

Oberbürgermeister Dupper zeigte sich vom Innovationsgeist, von der Sorgfalt und nicht zuletzt vom regionalen Bekenntnis des Familienunternehmens beeindruckt. „Es freut mich außerordentlich, dass der Auftrag für die neue Bestuhlung im Theater in der Stadt bleiben konnte. Dies zeigt wieder einmal, welches Know How in unserer Region vorhanden ist.“ so der Oberbürgermeister.

Das Jahrhunderthochwasser hat im Jahr 2013 auch das Fürstbischöfliche Opernhaus der Stadt Passau schwer getroffen. Nicht nur der Orchestergraben und die Räume im Erdgeschoss des Bühnenhauses wurden überflutet, auch in den Zuschauerraum drang das Wasser ein. Die Schreinerei von Franz Ahollinger sen. hat den Auftrag mit einem Volumen von rund 195.000 Euro brutto erhalten, neue Stühle anzufertigen. Bei dem Besuch durch das Stadtoberhaupt erläuterte der Inhaber, gemeinsam mit seinem Sohn Franz Ahollinger jun., die aufwändige Herstellung der besonderen Sitzmöbel.

Einzelteile von insgesamt 181 Stühlen laufen derzeit in der Werkstatt in Eck von einer Bearbeitungsstation zur nächsten. Ein besonderes Lackierungsverfahren sowie ein eigens nachgestickter Stoff sorgen dafür, dass die neuen Stühle optisch kaum von den bisherigen zu unterscheiden sind und sich damit wieder nahtlos in das vorgegebene Ambiente im Stadttheater einfügen. Der Aufbau entspricht jedoch einem moderneren, stabileren und flexibleren Muster. Die Sitzmöbel werden in transportablen 2er- und 3er-Kombinationen gebaut, die im Falle eines Hochwassers auch ausgebaut und in Sicherheit gebracht werden können. Die Herstellung der Stühle gestaltet sich insbesondere auch deshalb sehr anspruchsvoll, weil jede Stuhlreihe aufgrund des immer größer werdenden Reihenradius im Zuschauersaal in seinen Maßen individuell gefertigt sein muss.

Die Franz Ahollinger GmbH & Co. KG hat sich im Besonderen auf die Beratung, Planung und Umsetzung von individuell abgestimmten, handwerklichen Innenausbau spezialisiert. Die Schwerpunkte umfassen dabei die Komplettausstattung von Wohnräumen, Büroausbau, Yacht- und Passagierschiffsausbau sowie Individualmöbel und exklusive Innentüren. Das 1925 gegründete Familienunternehmen wird heute in der 3. Generation von Franz Ahollinger geführt. Der Betrieb arbeitet auf ca. 1.200 m² Produktionsfläche, wo die Mitarbeiter nach modernsten handwerklichen Gesichtspunkten produzieren.

 

r